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Geschichte

Geschichte der Alpenvereinssektion Traunstein

Dass die Alpenvereinssektion Traunstein bereits im Gründungsjahr des Deutschen Alpenvereins, im Jahr 1869, entstanden ist, das ist vor allem dem Landgerichtsrat Franz von Schilcher zu verdanken, der neben Johann Stüdl, Theodor Trautwein und Karl Hofmann am 9. Mai in München die Sektion München und den Gesamtverein aus der Taufe hob. Franz von Schilcher, übrigens ein profunder Kenner der Berchtesgadener Alpen und treibende Kraft beim Bau des Watzmannhauses, wurde nämlich in eben diesem Jahr nach Traunstein versetzt und machte sich zusammen mit dem Apotheker Joseph Pauer sofort daran, auch hier eine Sektion zu gründen, was am 9. Dezember mit 29 Mitgliedern offiziell erfolgte; er wurde zum 1. Vorstand gewählt und war es bis 1873. Der Einfluss der Sektion München machte sich auch bei weiteren Vorsitzenden bemerkbar, denn Valentin Kaltdorff (1873/74, 1878/79, 1892/93), dem mehrere Erstbesteigungen in den Zentralalpen gelangen, Hartwig Peetz (1880-82) und Adalbert Zöhnle (1894-1902) waren ebenfalls Mitglieder der Münchner Sektion. Einen Namen als Alpinist machte sich auch Carl von Lama (Vorsitzender 1875-1878).

Die am längsten amtierenden Vorsitzenden waren Gustav von der Pfordten (1905-1931) und Willi Steger (1931-34, 1949-1973) sowie Anton Einsiedl (1973-1989). Diesem folgten Johannes Lell (1989-1997) und Alfhart Amberger (seit 1997). Amberger ist zudem Mitglied des Verbandsrates des Deutschen Alpenvereins.

Zum Arbeitsgebiet der Sektion Traunstein gehörten die Chiemgauer Alpen, doch die Reiter Alpe war Standort für die unter Zöhnle im Jahr 1901 erbaute Traunsteiner Hütte. Da diese auf österreichischem Gebiet lag, sah sich die Sektion angesichts der Grenzsperre 1938 gezwungen, auf bayerischem Gebiet die „Neue Traunsteiner Hütte“ zu errichten. Dieses Karl-Merkenschlager-Haus -  in Erinnerung an den verdienten Vorsitzenden (1934-1949) – ist im Laufe der Jahrzehnte stetig modernisiert und ausgebaut worden und erfüllt jetzt dank Solaranlage, Photovoltaik und Solar-Luft-System sowie der 2009 fertiggestellten Pflanzenkläranlage in ökologischer Hinsicht höchste Ansprüche. Neben der Alten und der Neuen Traunsteiner Hütte betreibt die Sektion seit 1924 auch die „Traunsteiner Skihütte“ auf der Winklmoosalm. Von 1920 bis 1949 gehörte der Skiclub Traunstein als „Skiabteilung“ der Sektion an; deren bekannteste Sportler waren Willy Bogner, der 1936 bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen den olympischen Eid sprach. Seine Brüder Ludwig und Max, Hermann Wieninger, Hans Löbisch, Josef Ficker und Max Binder waren weitere erfolgreiche Wintersportler. Bereits 1925 erbaute die Sektion die Bürgerwaldschanze, und damit entwickelte sich Traunstein auch zu einem Zentrum des Wintersports im Chiemgau; 1972 allerdings gingen die Reste dieser Schanze im Rahmen des auch durch den Chiemgau führenden Münchner Olympia-Fackellaufs als Freudenfeuer in Flammen auf.

Traunstein, die „Stadt vor den Bergen“, ist auch durch großartige Alpinisten, die der Sektion angehörten, bekannt geworden. Die Gebrüder Pflanz, Toni Perchermeier, Joseph Gmelch, die durch die tragischen Nanga-Parbat-Expeditionen 1934 und 1937 bekannt gewordenen Willy Merkl und Peter Müllritter sowie Fritz Bechtold, Hans Huber, Gustl Kröner, Hans Haslacher, die Gebrüder Haberlander, Karl Winkler sen., Karl Rottenaicher, Sepp Laub und Franz Kämpfl schrieben Traunsteiner Bergsteigergeschichte. Karl Bierdimpfl, Dr. Karl Winkler, Dietrich von Dobeneck, Karl Brenner und Otto Huber prägten nach dem Krieg das Sektionsgeschehen, unter anderem auch durch spektakuläre Expeditionen nach Afghanistan, in den Hohen Atlas und in die Sahara. Karl Schrag, dem 1985 die deutsche Erstbesteigung des Cerro Torre gelang, Gerold Göbl, Toni und Bruno Kallsperger, Gottfried Wallner, Erwin Praxenthaler, Peter Färbinger, Sepp und Hannes Weininger sowie Jan Mersch und Axel Eidam – um nur einige zu nennen – waren die Spitzenbergsteiger der Sektion in den folgenden Generationen bis in die Neuzeit.
Ein Meilenstein in der Sektionsgeschichte war zweifellos die Errichtung der Kletteranlage 1989, die 2009 grundlegend erweitert wurde und mit ausschlaggebend für den steten Mitgliederzuwachs ist. Im Jahr 2004 wurde die 4000er-Grenze überschritten, zum Jahresende 2009 gehörten 5038 Personen der Sektion an. Die Kletteranlage steht auch dem Schulsport zur Verfügung, und so ist sich die Sektion insgesamt bewusst, für die Zukunft „bestens aufgestellt“ zu sein.